Entstehung und Auflösung – Verein im Verein

Einrichtung von Vereinsabteilungen

 

Entstehung und Auflösung

© Verein im Verein

Grundsatz: Nur wenn der Gesamtverein zustimmt kann eine Abteilung, ein Verein im Verein,  als unselbständige Untergliederung entstehen. Der Verein kann die Frage der Einrichtung von Abteilungen in der Satzung frei gestalten. In Normalfall wird die Einrichtung einer Abteilung auf einer entsprechenden Satzungsregelung basieren, deren Vorschriften dann für den Ablauf obligatorisch sind.

 

Ausnahme: Eine Gruppe von Vereinsmitgliedern hat generell keinen Anspruch darauf, dass der Verein eine eigene – neue – Abteilung bildet. Die Satzung kann aber vorsehen, dass bei Antrag einer bestimmten Zahl von Mitgliedern eine Abteilung eingerichtet werden muss.

Zwingende Voraussetzung ist eine Satzungsregelung nicht. Die Satzung darf dem aber in jedem Fall nicht widersprechen. Zwar können Abteilungen grundsätzlich auch dann eingerichtet werden, wenn die Satzung dies nicht vorsieht. Die Abteilungen haben dann aber keine Organe (zum Beispiel Abteilungsleiter) mit fester Rechtsstellung im Gesamtverein.

 


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Abteilungen können sich nicht selbst gründen oder auflösen

Da Abteilungen nicht eigenständige juristische Personen sind, können sie sich auch nicht selbst gründen oder auflösen. Es ist immer ein Beschluss des Gesamtvereins notwendig. In der Regel (wenn nichts in der Satzung steht) unterliegt die Entscheidung darüber der Mitgliederversammlung. Dazu genügt im Regelfall die satzungsübliche Mehrheit. Sollte die Satzung dahingehend erweitert sein, kann auch ein Vorstand ermächtigt werden Abteilungen zu gründen oder aufzulösen, jedoch nicht die Abteilung selbst.

Entstehung und Auflösung Verein im Verein

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Was ist zu beachten: Wenn sich eine Abteilung aus dem Verein herauslösen will, geht das nur, wenn die Mitglieder einzeln austreten und einen neuen Verein gründen oder sich einem anderen anschließen. Jedes Mitglied der Abteilung hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob es austreten will oder nicht. Ein Mehrheitsbeschluss in der Abteilungsversammlung, wonach alle Mitglieder austreten und wechseln sollen, ist nicht rechtskräftig. Da in der Abteilung dann niemand mehr ist, kann sie durch einen Beschluss des Gesamtvereins aufgelöst werden. Bleiben aber einige Mitglieder im alten Verein und somit in ihrer Abteilung, kann diese nicht aufgelöst werden.

Achtung: Außerdem ist zu beachten, dass ein Beschluss immer nur von den Stimmberechtigten der Abteilung gefasst werden kann. Für Jugendliche muss also tatsächlich das Mitglied bzw. dessen gesetzlicher Vertreter befragt werden und ihm auch die Entscheidung freistehen.


Entstehung und AuflösungEntstehung und Auflösung

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Auflösung des Gesamtvereins

Löst sich der Hauptverein auf, ereilt dieses Schicksal immer auch die Abteilung (Verein im Verein). Eine Abteilung kann nur dadurch fortgeführt werden, dass ein neuer Verein gegründet wird (oder die Abteilung vom Verein abgespalten wird – Spezialfall im Sinn des Umwandlungsgesetzes). Es besteht auch kein Rechtsanspruch auf eine Vermögensnachfolge. Wollen Abteilungsmitglieder den Verein fortführen, sollte zuerst ein neuer Verein aus der Abteilung heraus gegründet werden. Zwischen Hauptverein und neuem Verein können dann Regelungen über die Vermögensnachfolge getroffen werden. Das ist vor allem dann wichtig, wenn der Hauptverein gemeinnützig ist. Sein Restvermögen darf dann nur an einen anderen gemeinnützigen Verein gehen. Der neue Verein sollte also eingetragen sein und die (vorläufige) Gemeinnützigkeit haben. Dann kann er vom Hauptverein als „Anfallsberechtiger“ eingesetzt werden.

 


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Gesetz und Satzung – Verein im Verein

Wichtig: Die juristische Person ist immer der Gesamtverein

 

Gesetz und Satzung

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Was sagt das Gesetz: Der Gesamtverein ist als Körperschaft im Vereinsregister eingetragen und daher immer die juristische Person (§ 21 BGB). Die Vertretung nach außen kann nur vom Hauptvorstand (§ 26 BGB) wahrgenommen werden.

Unselbständige Abteilungen (Verein im Verein) können keine Verträge abschließen.

Weder im Außenverhältnis noch mit dem Gesamtverein oder untereinander.

 

Beispiel: Der Abteilungsleiter Sportplatz, Ralf L., möchte zur Sportplatzpflege eigenständig einen Rasentraktor kaufen. FALSCH! Diesen Kauf kann nur der (Haupt)Vorstand rechtsgültig durchführen.

Natürlich kann und muss in einem großen Verein der Gesamtvorstand nicht wegen jeder Kleinigkeit, wie beispielsweise dem Kauf von einem Satz neuer Noten oder der Anschaffung von einer neuen Trachtenhose, aktiv werden.

Hilfe: Der Abteilungsvorsitzende kann aber für bestimmte Zwecke in der Satzung zum „besonderen Vertreter“ (§ 30 BGB) benannt oder mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet werden.
Beispiel: In der Satzung vom Verein im Verein steht: „Der Abteilungsleiter Sportplatz kann innerhalb einer Betragsgrenze von 500,00 Euro je Gegenstand eigenständig ohne Zustimmung des Hauptvorstandes handeln.“
Aber: Bei ungenehmigten Überschreitungen haftet der Abteilungsleiter persönlich (§ 179 BGB).

 


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Satzung des Gesamtvereins ist ausschlaggebend

Die Satzung kann Organe und Aufgaben der Abteilungen im Rahmen des Gesamtvereins festlegen. So kann die Abteilung zum Beispiel Abteilungsleiter wählen, die (bei entsprechender Satzungsgestaltung) auch Mitglied des Gesamtvorstands sein können. Das gleiche gilt für

  • die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern,
  • die Erhebung von Mitgliedsbeiträgen,
  • die eigene Beschlussfassung über organisatorische Fragen (zum Beispiel Abteilungsfinanzen) sowie
  • die Wahl von Organen (zum Beispiel Abteilungsleiter).
Gesetz und Satzung

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Wichtig: Niemals kann eine Abteilung, also ein Verein im Verein,  die Satzung des Gesamtvereins ändern. Sie hat auch keine Sonderstellung im Verein. Sie können zum Beispiel Beschlüsse der Mitgliederversammlung zu keiner Zeit anfechten. Das ist nur über ihre Mitglieder, nicht als Abteilung selbst, möglich.

Geschäftsordnungen der Abteilungen (Abteilungsordnung) sind gegenüber der Satzung des Gesamtvereins immer nachrangig. Überschneiden sich Regelungen miteinander, hat immer die Satzung Vorrang. Die Satzung gilt uneingeschränkt auch für die Abteilungen.

 

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Organe und Verwaltung – Verein im Verein

Organe und Verwaltung

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Organe der Abteilungen und besondere Vertreter

Organe der Abteilungen werden, wenn die Satzung das nicht anders bestimmt, vom Hauptverein bestellt. Die Satzung kann das der Abteilung übertragen. Dann können Abteilungsleiter zum Beispiel von einer Versammlung der Abteilungsmitglieder gewählt werden.

Anzahl der Abteilungsorgane

Art und Zahl der Abteilungsorgane können frei festgelegt werden. Es gibt keine Pflichtorgane. Normalerweise werden sie wie im Gesamtverein gebildet. So um Beispiel als Abteilungsversammlung, Abteilungsleiter, Kassenführer, etc. Neben der Abteilungsleitung sind auch weitere Organe denkbar, wie zum Beispiel ein Abteilungsbeirat. Beschlüsse dieser Organe haben aber – wenn die Satzung das nicht anders regelt – nur Bindung für die Abteilung. Die Weisungsbefugnis der Abteilungsleitung bezieht sich nur auf die Abteilungsmitglieder.

Stellung der Abteilungsleiter

Abteilungsleiter sind nicht von alleine Mitglieder des Vorstands. Die Satzung kann dies bestimmen – oder ihnen zumindest ein Teilnahmerecht an den Vorstandssitzungen einräumen. Abteilungsleiter haben auch keine Vertretungsberechtigung für den Gesamtverein.

 


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 Sie können aber vom Gesamtverein als sogenannte besondere Vertreter eingesetzt werden. Sie haben dann für alle Geschäfte, die gewöhnlich bei der Abteilung anfallen, Vertretungsmacht für den Gesamtverein. Eine separate Vertretungsmacht für die Abteilung gibt es aber nicht. Fehlt eine solche Satzungsregelung, kann ein Abteilungsleiter auch mit einer Einzelvollmacht des Gesamtvorstands im Außenverhältnis handeln. In einer Finanz- oder Geschäftsordnung sollten dann aber der Umfang bzw. die Grenzen der Eigenverantwortlichkeit geregelt werden.

 Sind Abteilungsleiter vertretungsberechtigt, wird durch ihre Rechtsgeschäfte der Gesamtverein verpflichtet, nicht etwa nur die Abteilung. Die Abteilung hat ja grundsätzlich keine eigene Rechtsfähigkeit.

Organe und Verwaltung

Verein im Verein

Selbstverwaltung der Abteilungen

Abteilungen könne durch die Satzung die Möglichkeit erhalten, sich selbst zu verwalten. Einen Anspruch darauf haben Abteilungen aber nicht. Im Zweifelsfall unterliegt die Abteilung immer der Leitung durch den Gesamtvorstand. Regelungen, die innerhalb einer Abteilung getroffen werden, wirken sich nicht auf andere Abteilungen oder den Gesamtverein aus. Regelungen des Gesamtvereins haben immer Vorrang.

Wichtig: Die Selbstverwaltung der Abteilung bedeutet nicht, dass die Abteilung einem Verein (also einer juristischen Person) gleichgestellt ist und entsprechend handeln kann. Sie ist eine unselbstständige Untergliederung. Sie kann kein eigenes Vermögen erwerben.

Abteilungen haben keine eigenen Mitglieder

Die Mitgliedschaft bezieht sich nur auf den Gesamtverein. Allerdings kann im Rahmen der Satzung die Aufnahme und der Ausschluss von Mitgliedern den Abteilungen übertragen werden.

 


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Standards und Regeln für die Gründung einer Abteilung

 


 
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  • Antragstellung der Gründung an den Vereinsvorstand.
  • Gründungsbeschluss durch den Vorstand oder die Mitgliederversammlung (Satzung beachten).
  • Die neu gegründete Abteilung unterliegt den Gesetzen des Vereins.
  • Eine gegründete Abteilung kann sich eine Abteilungsordnung geben.
  • Die Mitgliedschaft zählt nur für den Verein und nicht für die Abteilung.
  • Die Verantwortung für eine Abteilung obliegt in allen Steuer- und Rechtsbereichen dem Hauptverein.
  • In bestimmten Fällen haftet der Vorstand des Vereins persönlich für Fehlentwicklungen der Abteilung.
  • Eine Abteilung darf keine rechtlichen Verpflichtungen eingehen und besitzt kein eigenes Vermögen.
  • Die rechtliche und steuerrechtliche Unselbstständigkeit einer Abteilung und die daraus folgende Haftungsverpflichtung des Hauptvereins dürfen in der Satzung nicht anderslautend geregelt werden.

Verein im Verein

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Steuern und Recht – Verein im Verein

Steuersubjekt ist nur der Gesamtverein

Die Abteilung, der Verein im Verein,  ist steuerlich nur ein unselbstständiger Bestandteil des Gesamtvereins.

Es spielt dabei keine Rolle , ob der Verein im Verein eigene Bankkonten hat oder eine eigene Satzungen bzw. welche Entscheidungsbefugnis die Abteilungen haben (zum Beispiel Finanzhoheit).

Damit das Finanzamt seinen Segen gibt lesen Sie hier die steuerliche Behandlung von unselbständigen Abteilungen.

 


 
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Eine unselbstständige Abteilung kann nicht klagen oder verklagt werden

Klagen gegen eine unselbstständige Abteilung müssen immer an den Hauptverein gerichtet werden. Möchte eine unselbstständige Abteilung klagen, kann das nur der Hauptverein für sie tun.
Umgekehrt kann aber auch kein Hauptverein seine eigene Abteilung verklagen. Sollte eine Abteilung bestehende Beschlüsse oder Ordnungen missachten, kann nur die handelnde Person als Mitglied zur Verantwortung gezogen werden.

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Steuerliche Behandlung – Verein im Verein

Steuerliche Behandlung von unselbständigen Abteilungen (Verein im Verein)

 

Steuerliche Behandlung Verein

© Verein im Verein

Aus steuerlicher Sicht hat die „Unselbstständigkeit“ der Abteilungen (Verein im Verein) zur Folge:

  • Eine einheitliche Steuererklärung für den Gesamtverein. Die Besteuerungsgrundlagen der Abteilung sind beim Gesamtverein zu erfassen.
  • Die Besteuerungsgrenze von 35.000 Euro bei wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben (§ 64 Absatz 3 AO) lässt sich durch die Bildung von Abteilungen nicht ausdehnen. Es gibt nur eine Besteuerungsgrenze für den Gesamtverein. Inwieweit diese überschritten ist klärt eine Zusammenfassung aller Bereiche sämtlicher Abteilungen.
  • Bei der Gewinnermittlung werden alle wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe zu einem zusammengefasst. So können Gewinne im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb einer Abteilung mit Verlusten anderer Abteilungen im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb verrechnet werden. Folge: Die Steuerbelastung kann verringert oder gar vermieden werden.
  • Ob die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) angewendet werden kann sind die Umsätze des gesamten Vereins entscheidend.

Gemeinnützigkeitsrechtliche Behandlung

Auch Fragen zur Gemeinnützigkeit vom Verein im Verein beziehen sich auf den Gesamtverein:

  • Es ist nicht zwingend nachteilig, wenn ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb einer Abteilung dauerhaft Verluste produziert. Nach § 64 Absatz 2 AO werden alle wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe des Vereins zu einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zusammengefasst. Daher können die Verluste aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb einer Abteilung gemeinnützigkeitsrechtlich mit den Gewinnen anderer Abteilungen ausgeglichen werden. Solange der einheitliche wirtschaftliche Geschäftsbetrieb des Gesamtvereins Gewinne erwirtschaftet, besteht keine Gefahr für die Gemeinnützigkeit.
  • Zugleich wird eine einheitliche Mittelverwendungsrechnung für den Gesamtverein erstellt.
  • Umgekehrt kann es dem Gesamtverein die Gemeinnützigkeit kosten, wenn eine Abteilung gegen die gemeinnützigkeitsrechtlichen Regeln verstößt. Zum Beispiel, indem sie Beträge schwarz bezahlt. Sofern dies dem Gesamtverein (zum Beispiel fehlende Kontrolle des Vorstands) zuzurechnen ist, verliert der Gesamtverein die Gemeinnützigkeit.

 


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Steuerliche Behandlung Verein

© Verein im Verein

Buchhaltung und Gewinnermittlung

Die Rechnungslegung bzw. Gewinnermittlung muss für den Gesamtverein erfolgen, da steuerlich nur der Gesamtverein maßgebend ist. Daher sind zum Beispiel in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung die Einnahmen und Ausgaben aller Abteilungen und des Hauptvereins zusammenzufassen.

Achtung: Zahlungen zwischen den Abteilungen oder Zahlungen zwischen einer Abteilung und dem Hauptverein sind vereinsinterne Zahlungen, die in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung weder als Einnahme noch als Ausgabe auftauchen.

Für einen Überblick, welche Abteilung wie viel Kosten verursacht oder Gewinn erwirtschaftet, bieten sich folgende Möglichkeiten an.

  • Getrennte Buchhaltungen bzw. Gewinnermittlungen für die Abteilungen und den Hauptverein: Diese haben nur vereinsintern Bedeutung. Für das Finanzamt müssen die getrennten Gewinnermittlungen zu einer einheitlichen für den Gesamtverein zusammengefasst werden. Dabei genügen aber nicht die saldierten Ergebnisse. Wegen des Saldierungsverbots müssen die einzelnen Einnahmen und Ausgaben aller Abteilungen in der einheitlichen Gewinnermittlung erscheinen.
  • Besser ist es, gleich eine einheitliche Gewinnermittlung zu erstellen und das Ergebnis der Abteilungen durch das Buchen verschiedener Kostenstellen zu ermitteln.

 


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Wichtig ist die Weitergabe der Zahlen von den Abteilungen an den Gesamtverein. Leider für viele große Vereine ein praktisches Problem. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, ansonsten kann das Finanzamt unangenehm werden.

Praxistipps:

  • Wichtige Dokumente (zum Beispiel Verträge) werden vom Hauptverein (und gerade nicht von den einzelnen Abteilungen) aufbewahrt. Nur so ist der jederzeitige Zugriff zum Beispiel bei einer Lohnsteueraußenprüfung gewährleistet.
  • Um die Rechte und Pflichten der Abteilungen (Verein im Verein) und des Hauptvereins zu definieren, ist eine Vereinsordnung dringend zu empfehlen.
  • Für das Ausstellen von Spendenbescheinigungen ist ausschließlich der Hauptvorstand zuständig.
  • Über alle Aktivitäten, die steuerlich oder gemeinnützigkeitsrechtlich relevant sind, muss der Vorstand vorab informiert werden bzw. der Hauptvorstand muss sie vorher genehmigen.
  • Der Vorstand muss seine Kontroll- und Überwachungspflichten gegenüber den einzelnen Abteilungen konsequent verfolgen.
  • Die einzelnen Abteilungen müssen die Buchhaltungsunterlagen zeitnah mit allen Belegen beim Hauptverein abliefern.

 


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Finanzen und Besitz

 


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Alles was die unselbständige Abteilung einnimmt oder besitzt ist und bleibt Eigentum des Gesamtvereins

Die unselbständige Abteilung verwaltet nur einen Teil des Besitzes des Gesamtvereins. Es kann niemals eigenes Vermögen erwerben.

Bei Missbrauch dieser Eigenständigkeit eines oder mehrerer Abteilungsvorstände und damit evtl. verbundenen Zahlungsschwierigkeiten, haftet dennoch immer der gesamte Verein als juristische Person.

Beispiel: Die unselbständige Abteilung erhebt die Mitgliedsbeiträge selbst. Es ist ein Guthaben von 1.000,00 Euro vorhanden. Der Rasentraktor wird zum Preis von 900,00 bestellt. Jetzt kommt der Traktor nach Lieferung jedoch auf 1.500,00 Euro. Der Gesamtverein muss nun den Differenzbetrag von 600,00 Euro ausgleichen.

Unser Tipp: Auch Abteilungsleiter sollten sich also absichern! Klären Sie ihre rechtliche Position im Verein durch Satzung, Geschäftsordnung oder schriftliche Vollmacht des Vorstands.

Finanzen und Besitz

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Wichtig: Um dem vorzubeugen, hat der Gesamtvorstand nach § 259 BGB (Umfang der Rechenschaftspflicht) die Pflicht und auch das Recht, jederzeit einen Überblick über die Finanzlage, den Umfang des Anlagevermögens (z.B. Sportgeräte), geplante Aktivitäten und den aktuellen Mitgliederstand der Abteilungen abzufordern. Bei Verweigerung würde sich der Abteilungsvorstand wegen vereinsschädigendem Verhaltens schuldig machen, was u.U. sogar die persönliche Haftung zur Folge haben kann (§ 54 BGB).

Er kann daher von der Abteilung eine sog. „Vollständigkeitserklärung“ verlangen. Bei einer Auflösung oder Abspaltung einer Abteilung verbleiben die bestehenden Abteilungswerte im Eigentum des Vereins.

 


Finanzen und BesitzFinanzen und Besitz

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Eigenständige Finanzverwaltung der Abteilung?

Sieht die Satzung keine eigenen Beiträge für die Abteilung vor, zahlen die Mitglieder nur den Beitrag an den Hauptverein. Weder dieser noch die Abteilung können dann zusätzliche Abteilungsbeiträge erheben.

Eine Möglichkeit, die unbedingt durchdacht sein sollte!

Eine eigenständige Selbstverwaltung der Abteilung.

Finanzen und Besitz

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Dies bedeutet, dass, anders als bei der zentralen Kassenführung, die Mitglieder ihre Beiträge an die Abteilung (in der Regel auf ein Unterkonto des Hauptvereins) zahlen. Auch können bei Bedarf, zusätzlich zu den Grundbeiträgen des Vereins, Abteilungsbeiträge erhoben werden.

Die Abteilung führt einen durch die Mitgliederversammlung bestimmten und für die Geschäftsfähigkeit des Vereins notwendigen Verwaltungsbeitrag an den Gesamtverein ab. Die Abteilung verwaltet ansonsten mit entsprechenden Vollmachten ihre finanziellen Angelegenheiten selbst.

Dem Hauptkassenwart wird regelmäßig, zumindest einmal am Ende des Geschäftsjahres, eine Aufstellung über die gesamten Einnahmen und Ausgaben, das Anlagevermögen sowie den Mitgliederstand gemacht.

Achtung: Leider zeigt die Erfahrungen, dass dieses Verfahren aber auch dazu führen kann, dass es zu Konkurrenzdenken innerhalb des Vereins kommt. Die Abteilungsvorstände sich verselbständigen und die Gesamtverantwortung des Hauptvorstandes nicht beachten.

Unser Tipp: Hier empfiehlt sich die zentrale Finanzverwaltung.

Es ist daher wichtig, dass der Gesamtvorstand und die Abteilungsvorstände ihre Arbeit transparent gestalten. Die Abteilungsvorstände sollten sich lediglich als ein Teil des Ganzen betrachten.

Zuwendungen an die Abteilung (Fördermittel, Spenden usw.) gehen immer erst dem Gesamtverein zu, der sie dann weiterleitet.

Direkte Zuwendungen an die Abteilung sind nicht möglich, nur über den Verein.

 


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Vollständigkeitserklärung von Vereinsabteilungen an den Vorstand

Vollständigkeitserklärung von Vereinsabteilungen an den Vorstand

Vollständigkeitserklärung

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1. Vorbemerkung

Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs haftet der Verein/ der vertretungsberechtigte Vorstand für aufgelaufene Lohnsteuerverbindlichkeiten bei Beschäftigungsverhältnissen / Zahlungen durch einzelne Vereinsabteilungen an Mitglieder/Spieler. Von größeren Abteilungen, mit einem entsprechenden Finanzvolumen, empfiehlt sich deshalb am Ende des jeweiligen Vereinsjahrs die Vorlage einer „Vollständigkeitserklärung“ in Bezug auf die finanziellen Vorgänge in den einzelnen Abteilungen.

2. Praxis-Tipps

Die untenstehende Vollständigkeitserklärung ist lediglich ein Muster. Theoretisch genügt auch eine kurze Bestätigung, dass sämtliche Einnahmen/Ausgaben zum Zwecke der kompletten buchhalterischen Erfassung über die Vereinsbuchhaltung lief bzw. mitgeteilt wurde. Sieht die bestehende Abteilungsordnung besondere Mitteilungs-, Informations- und Auskunftspflichten vor, ist die Vollständigkeitserklärung noch durch eine Bestätigung der Abteilungsprüfer zu ergänzen, falls die Abteilungskasse, vergleichbar mit dem Kassenprüfer beim Hauptverein, separat geprüft wird. Eine derartige Vollständigkeitserklärung entbindet natürlich den insgesamt für die Buchführung zuständigen vertretungsberechtigten Vorstand bzw. den Schatzmeister/Vereins- kassierer nicht von seinen Überprüfungspflichten. D.h., er muss sich bei den

• geringsten Zweifeln oder
• ungeklärten Sachverhalten

Vollständigkeitserklärung

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von der zutreffenden Führung der Abteilungskasse und des Finanzetats überzeugen. Dazu zählen auch alle steuerlichen und sozialversicherungs- rechtlichen Pflichten. Denn nach wie vor gilt der Grundsatz: der Jahresabschluss eines Vereins ist nur dann zutreffend, wenn tatsächlich sämtliche Finanzbereiche des gesamten Vereins, also auch einschließlich aller Abteilungen und sonstiger vorhandener Untergliederungen, buchhalterisch berücksichtigt sind, sich auch im Rechenschaftsbericht/Geschäftsbericht wieder finden.

 

Quelle: © Haufe-Mediengruppe 2008 – www.steuer-consultant.de

pdf Vollständigkeitserklärung Muster

 


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